Der sechseckige Brunnen am Holzmarkt 1978
von Maike Scheufele
Auf einigen historischen Fotografien und Postkarten vom Holzmarkt ist ein auffälliger sechseckiger Brunnen mit stilisierten Keramikblumen zu sehen. In dieser Form gibt es den Brunnen heute allerdings nicht mehr. Seine Entstehung geht auf die Neugestaltung des Holzmarktes Ende der 1970er Jahre zurück.
1977/78 wurde der Holzmarkt anlässlich der 950-Jahr-Feier der Stadt Naumburg grundlegend rekonstruiert und umgestaltet. Zusammen mit der damaligen Straße der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft – der heutigen Jakobstraße – bildete der Holzmarkt den ersten Abschnitt einer Fußgängerzone.
Der sechseckig angelegte Brunnen mit seinen stilisierten Keramikblumen entstand ebenfalls in dieser Zeit. Er war ein Geschenk der Leuna-Werke anlässlich der 950-Jahr-Feier – zumindest wird dies in einem damaligen Zeitungsartikel so berichtet.
Aber was wissen unsere Archivalien über den Holzmarkt und seinen Brunnen?
Dazu lässt sich in verschiedenen Beständen recherchieren: in den Verwaltungsakten aus der DDR-Zeit, unseren Zeitungsbeständen und im Sammlungsgut. Auch Fotos und Postkarten vom Holzmarkt und dem Brunnen befinden sich in unseren Beständen. Aus ihnen geht beispielsweise hervor, dass der Brunnen erst kurz vor den Festveranstaltungen Ende Juni 1978 fertiggestellt wurde.
Der Brunnen ist damit ein kleines Zeugnis der Stadtgestaltung der 1970er Jahre. Gleichzeitig zeigt seine Geschichte, wie sich anhand ganz unterschiedlicher Archivalien – von Verwaltungsakten und Zeitungsartikeln bis hin zu Fotografien und Postkarten – nachvollziehen lässt, wie sich ein Ort im Laufe der Zeit verändert hat.