Vom Präsidentenhaus zum Stadtarchiv

von Maike Scheufele

Heute stellen wir euch das Gebäude vor, in dem das Stadtarchiv Naumburg seit 1996 seinen Sitz hat.

Das repräsentative klassizistische Bürgerhaus am Kramerplatz 1 entstand 1829 auf dem Gelände der ehemaligen Wallanlagen südwestlich der Altstadt. Die Stadt Naumburg ließ es als Wohnsitz für den Präsidenten des Oberlandesgerichts errichten. Die Straßenbezeichnung wechselte im Laufe der Jahre von Neugasse über Wilhelmplatz beziehungsweise Kaiser-Wilhelm-Platz schließlich zum heutigen Kramerplatz.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts diente das Gebäude als Präsidentenhaus. Anschließend wurde es zum Landgericht umgebaut. Im Laufe seiner fast 200-jährigen Geschichte erfüllte es viele weitere Aufgaben: Während des Zweiten Weltkriegs wurde es zeitweise militärisch genutzt, danach zogen verschiedene städtische Dienststellen ein. Ab 1950 entwickelte sich das Haus zeitweise zu einem Kulturzentrum. Es beherbergte außerdem die „Station Junger Techniker“, die Kreisvolkshochschule und später ein Kinder- und Jugendfreizeitzentrum.

Als das Gebäude Anfang der 1990er Jahre denkmalgerecht saniert wurde, kamen zahlreiche originale Ausstattungsdetails wieder ans Licht – darunter historische Türen und Fenster, die ursprüngliche Farbgestaltung sowie Fragmente einer seltenen Tapete aus der Bauzeit. Diese Zeugnisse der Geschichte wurden sorgfältig restauriert und erhalten.

Heute verbindet das ehemalige Präsidentenhaus am Kramerplatz 1 seine bewegte Vergangenheit mit seiner Aufgabe als Stadtarchiv und gehört zu den bedeutenden Baudenkmalen Naumburgs.

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