Das Naturschwimmbad am Blütengrund – bald wieder ins Wasser?
von Maike Scheufele
Das Naturschwimmbad am Blütengrund soll demnächst saniert und wiedereröffnet werden. Anlass genug, einmal in unsere Bestände zu schauen und zu sehen, wie das Bad eigentlich entstanden ist.
Die Geschichte beginnt 1966: Anfang des Jahres stellte der Rat der Stadt Naumburg einen Antrag auf die Genehmigung für den Bau eines Naturschwimmbades auf den Saalewiesen am Blütengrund. Das Bad war vor allem ein Wunsch der Naumburger Bevölkerung und der Jugend.
Geplant war zunächst einiges: Das Naturbad sollte 150 Meter lang, 100 Meter breit und 7 bis 8 Meter tief werden. Für die Genehmigung mussten verschiedene Bedingungen erfüllt werden – unter anderem der Bau eines Dammes zum Schutz vor Verschlammung, Sanitäranlagen und eine Zufahrt. Das Gelände sollte außerdem mit Bäumen und Grün eingefasst werden.
Am 7. Mai 1966 wurde öffentlich bekannt gegeben: Naumburg sollte eine neue Badegelegenheit bekommen.
Und beim Bau packten viele mit an. In unseren Beständen finden sich zahlreiche Schreiben, in denen sich verschiedene Berufsgruppen zur Unterstützung der Bauarbeiten verpflichteten. Auch Spenden gingen ein. Der Kreisausschuss der Nationalen Front rief die Bevölkerung zur Mitarbeit auf. Auf Empfehlung des Rates des Bezirks sollte außerdem gleichzeitig ein Campingplatz entstehen, um auch auswärtigen Wasserwanderern und Campingfreunden Erholung zu ermöglichen.
Am 17. Juli 1968 war es schließlich soweit: Das Naturschwimmbad wurde eröffnet. Bereits am Eröffnungstag kamen laut einem Bericht der LDZ vom 19. Juli 2.671 Badegäste. Ganz fertig war das Bad allerdings noch nicht – unter anderem fehlte der Sprungturm.
Wie gut das neue Bad angenommen wurde, zeigt eine Zahl aus unseren Akten: Vom 7. Juli bis zum 15. September 1969 wurden 98.644 Besucher gezählt. Das sind fast 100.000 Badegäste in nur gut zwei Monaten!
Die Fotos in diesem Beitrag stammen aus einer Schenkung an das Stadtarchiv - Signatur FN 07.