Das Stadtarchiv

Das Stadtarchiv Naumburg (Saale) ist das Gedächtnis der Stadt. Es bewahrt schriftliche und bildliche Zeugnisse der Naumburger Stadtgeschichte und macht sie für Verwaltung, Forschung und interessierte Bürgerinnen und Bürger zugänglich. Die Überlieferung reicht bis in das späte Mittelalter zurück und ermöglicht damit Einblicke in die Entwicklung der Stadt, ihrer Verwaltung und ihrer Bewohner über mehrere Jahrhunderte.

Seit 1996 befindet sich das Stadtarchiv im Präsidentenhaus am Kramerplatz. Das Gebäude wurde zwischen 1829 und 1832 als Wohnhaus für den Präsidenten des Oberlandesgerichts errichtet und steht heute als Baudenkmal unter Denkmalschutz. Unter seinem Dach sind die verschiedenen Arbeitsbereiche des Archivs zusammengeführt: Neben den Magazinräumen, in denen das Archivgut aufbewahrt wird, stehen Räume für die Benutzung und für Veranstaltungen sowie die Verwaltungs- und Arbeitsräume der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung.

Die Aufgaben des Stadtarchivs

Zu den wichtigsten Aufgaben des Stadtarchivs gehört die Übernahme, Bewertung, Erschließung, dauerhafte Sicherung und Bereitstellung der historischen Unterlagen der Stadtverwaltung. Archivwürdig sind dabei nicht nur besonders alte oder außergewöhnliche Dokumente. Auch Verwaltungsakten aus jüngerer Zeit können wichtige Zeugnisse für die Entwicklung der Stadt sein und werden deshalb nach archivfachlichen Kriterien bewertet.

Der historische Kern der Überlieferung reicht bis in das Mittelalter zurück. Zu den ältesten Beständen gehören Urkunden, Ratsrechnungen, Ratsprotokolle und weitere Unterlagen der städtischen Verwaltung. Ergänzt wird diese amtliche Überlieferung durch historische Bauakten, Unterlagen der eingemeindeten Ortschaften, Personenstandsregister, Zeitungen, Fotografien, Karten, Pläne, Plakate und zahlreiche weitere Sammlungen. Auch persönliche Nachlässe und thematische Sammlungen tragen dazu bei, ein möglichst vielfältiges Bild der Naumburger Stadtgeschichte zu bewahren.

Das Stadtarchiv übernimmt damit eine wichtige Aufgabe für die Stadt und ihre Einwohner. Es sichert Unterlagen, die für die Rechtssicherung und Verwaltungsarbeit von Bedeutung sind, bewahrt historische Quellen für zukünftige Generationen und schafft zugleich die Grundlage für die Erforschung der Stadtgeschichte.

Benutzung und Recherche

Das Stadtarchiv steht grundsätzlich allen Interessierten offen. Die Nutzung ist während der Öffnungszeiten möglich. Wer im Archiv recherchieren möchte, kann die vorhandenen Bestände vor Ort einsehen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Suche nach geeigneten Unterlagen um Unterstützung bitten.

Eine vorherige Anmeldung ist insbesondere bei umfangreicheren Recherchen erforderlich. Archivgut wird nicht frei aus den Magazinen entnommen, sondern von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Benutzung bereitgestellt. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme erleichtert deshalb die Vorbereitung des Archivbesuchs und ermöglicht es, bereits im Vorfeld zu klären, welche Unterlagen für die jeweilige Fragestellung von Bedeutung sein könnten.

Nicht alle Bestände können uneingeschränkt genutzt werden. Einschränkungen können beispielsweise durch den Erhaltungszustand eines Dokuments notwendig sein. Besonders empfindliche oder gefährdete Archivalien können zum Schutz vor weiterer Beschädigung von der Benutzung ausgeschlossen werden. Darüber hinaus bestehen gesetzliche Schutz- und Sperrfristen, insbesondere aus Gründen des Datenschutzes und des Schutzes persönlicher Daten. Welche Unterlagen unter welchen Voraussetzungen eingesehen werden können, wird im Einzelfall durch das Stadtarchiv geprüft.

Auch schriftliche Anfragen können an das Stadtarchiv gerichtet werden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bearbeiten Anfragen zu den vorhandenen Beständen und unterstützen bei der Recherche im Rahmen der vorhandenen Möglichkeiten. Der Umfang einer Recherche richtet sich dabei nach der jeweiligen Fragestellung und dem erforderlichen Arbeitsaufwand.

Gebühren

Die Nutzung des Stadtarchivs und bestimmte Dienstleistungen sind nach der jeweils geltenden Gebührenordnung der Stadt Naumburg (Saale) gebührenpflichtig. Gebühren können unter anderem für Rechercheleistungen, die Anfertigung von Kopien und Scans, die Herstellung von Reproduktionen sowie für Beglaubigungen anfallen.

Aktuell gelten unter anderem folgende Gebühren:

  • Recherche nach Aufwand: 17,00 bis 35,50 € je angefangene halbe Stunde
  • Schwarz-Weiß-Kopie DIN A4: 0,60 €
  • Schwarz-Weiß-Kopie DIN A3: 3,00 €
  • Anfertigung von Scans: 6,00 bis 24,00 €
  • Einsicht in Archiv- und Sammlungsgut: 7,00 € pro Tag
  • Reproduktionen durch Benutzer: 6,00 €
  • Beglaubigungen: 4,00 €


Maßgeblich ist die jeweils gültige Gebührenordnung der Stadt Naumburg (Saale).

Archiv als Ort der Vermittlung

Das Stadtarchiv versteht sich nicht nur als Aufbewahrungsort historischer Dokumente, sondern auch als Ort der Geschichtsvermittlung. Originale Archivalien ermöglichen einen unmittelbaren Zugang zur Vergangenheit und können insbesondere im schulischen Unterricht einen anschaulichen Einblick in die Geschichte der eigenen Stadt und Region vermitteln.

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts, von Projekttagen und Projektwochen sind deshalb nach vorheriger Absprache Archivführungen und Einblicke in die Arbeit des Stadtarchivs möglich. Dabei können Schülerinnen und Schüler nicht nur historische Dokumente kennenlernen, sondern auch erfahren, wie Archivgut übernommen, bewertet, erschlossen, erhalten und für die Nutzung bereitgestellt wird.

Darüber hinaus bietet das Stadtarchiv Raum für Vorträge, Veranstaltungen und weitere Formate zur Stadt- und Regionalgeschichte. Auf diese Weise soll das Archiv nicht nur historische Überlieferung bewahren, sondern Geschichte auch sichtbar, zugänglich und erfahrbar machen.