Im Stadtarchiv Naumburg (Saale) wird Geschichte lebendig: Unsere Veranstaltungen laden dazu ein, die Vergangenheit der Stadt und ihrer Menschen auf vielfältige Weise zu entdecken.
Ob Vorträge, Ausstellungen oder thematische Führungen – hier begegnen sich Forschung, Erinnerung und Austausch in einem inspirierenden Rahmen. Tauchen Sie ein in die Geschichte Naumburgs und lassen Sie sich von spannenden Einblicken und neuen Perspektiven begeistern.
„Naumburg eine zimliche grosse Stadt/ hat ein Fürstliches Schloß/ und eine privilegirte Messe auf Petri und Pauli. Im Dom findet man zwo Personen ausgehauen/ welchen die eine weinet/ die andere aber lachet; welches zwey Verlobte seyn sollen ...“
Paul Ludolph Berckenmeyer: Vermehrter Curieuser Antiquarius. Hamburg 1711, S. 455.
Naumburg ist als tausendjährige Dom- und Messestadt bekannt. Weitgehend unbekannt ist ihre Rolle als fürstliche Residenzstadt in der Frühen Neuzeit.
Das hat mehrere Ursachen: Zum einen bevorzugten die Bischöfe ab Ende des 13. Jahrhunderts die Burg in Zeitz als Sitz und Residenz – dort lag das administrative und höfische Zentrum der bischöflichen Landesherren. In dieser Tradition stellten sich im 16./17. Jahrhundert auch ihre weltlichen Nachfolger, die herzoglichen Administratoren.
Zum anderen blieb Naumburgs Residenzstadt-Funktion eine Episode, die wenig Nachhall im Gedächtnis der bürgerlichen Stadtgesellschaft fand. Drittens schließlich hat Forschung kaum untersucht, welches Ausmaß und welche Formen fürstliche Residenz in Naumburg nach 1600 annahmen.
Wie Naumburg eine Residenzstadt wurde und wann der fürstliche Landesherr sich dort aufhielt wird der Vortrag erzählen. Im Zentrum steht der vierte Sohn des sächsischen Kurfürsten Johann Georg I. – der 1619 in Dresden geborene Herzog Moritz von Sachsen. Er gründete im mittleren 17. Jahrhundert eine der drei Nebenlinien (Sekundogenituren) des Kurhauses: die Herzogsfamilie Sachsen-Zeitz. Er beherrschte große Teile Mitteldeutschlands und war der erste weltliche Fürst, der in Naumburg Residenz nahm (1653). Auch nach dem Bezug seines Schlosses in Zeitz (1663) nahm er bisweilen in der Stiftstadt Naumburg am Markt Residenz.
Der Vortrag wird die Zuhörer in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts führen. Durch Auswertung der Hoftagebücher des Herzogs wird die Rolle von Naumburg unter den herzoglichen Schlössern beleuchtet. Dabei werden die Naumburger Aufenthalte dieses Fürsten ins Zentrum gerückt.
Ein Ausblick auf die Regentschaft seines Sohnes und Nachfolgers, Herzog Moritz Wilhelm , wird den Vortrag abrunden.
Kooperationsveranstaltung der Stadt Naumburg (Saale) und des Saale-Unstrut-Elster-Vereins e. V.